IQMet: KI-gestützte In-line-Qualitätsbestimmung metallischer Bauteile
Das Forschungsprojekt IQMet nutzt KI-Modelle, um aus Laser-Ultraschall-Daten eine zerstörungsfreie, inline-fähige Qualitätskontrolle der Mikrostruktur metallischer Bauteile zu ermöglichen.
Zerstörungsfreie Qualitätskontrolle metallischer Bauteile
Die metallische Mikrostruktur spielt eine wesentliche Rolle für die mechanischen Eigenschaften von Bauteilen. Durch oberflächliche Härtung wird Verschleißreduktion und damit eine längere Betriebsdauer erreicht, etwa an Lagerstellen von Wellen in Motoren, Generatoren oder Schienenrädern. Eine Qualitätssicherung nach dem Stand der Technik erfolgt derzeit nur statistisch durch mikroskopische Prüfung gezogener und zerstörter Proben. Es besteht jedoch großer Bedarf an einer zerstörungsfreien, inline-fähigen Kontrolle, da eine Probennahme nicht immer möglich und eine 100-Prozent-Kontrolle für eine durchgehende Qualitätssteigerung erforderlich ist.
KI-gestützte Auswertung von Laser-Ultraschall
Laser-Ultraschall hat für einige Stähle bereits hohes Potenzial zur Messung der Härtungstiefe gezeigt. Die konventionelle Signalauswertung wie Mittelung und Filterung ist jedoch nur begrenzt fähig, da sie kaum Informationsgewinn aus dem scheinbaren Rauschen der Ultraschallsignale ermöglicht. KI-Modelle sollen die Ultraschallbilddaten nach einer Trainingsphase deutlich besser interpretieren. Eingesetzt werden fortschrittliche Methoden für maschinelles Lernen, Datenanalyse und -exploration, darunter moderne Architekturen wie Vision Transformers und ResNets.
Lösungsansätze bei der Annotation
Um den Engpass bei der Annotation zu adressieren, verfolgt das Projekt mehrere Wege: die Erforschung eines semi-automatischen Frameworks, das Domänenexpert*innen die Annotation der Laser-Ultraschall-Daten ermöglicht, die Kombination von ML-Ansätzen mit korrelativen Daten aus der Mikroskopie sowie die Verwendung simulierter Daten, bei denen die Ground Truth gemeinsam mit den Daten erzeugt wird. So verbindet IQMet die Stärken der zerstörungsfreien Prüfung mit fortschrittlichen Datenanalysetechniken für eine schnelle und genaue Mikrostrukturanalyse.
Beitrag der RISC Software GmbH
Die RISC Software GmbH ist als Projektpartnerin beteiligt und bringt ihre Expertise in maschinellem Lernen, Bildanalyse und industrieller Datenverarbeitung ein.
Dieses Projekt wird im Rahmen der Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 des Landes Oberösterreich und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.

Projektpartner*innen
Details zum Projekt
- Projekt-Kurztitel: IQMet
- Projekt-Langtitel: KI-gestützte, In-line-Messmethoden zur Qualitätsbestimmung metallischer Bauteile und effizientere Härtungsprozesse
- Ausschreibung: AI-Region Upper Austria
- Projektpartner*innen:
- Research Center for Non Destructive Testing GmbH (Projektkoordination)
- RISC Software GmbH
- STIWA Advanced Products GmbH
- BRP-Rotax GmbH & Co KG
- Laufzeit: 02/2025–01/2028 (36 Monate)
Ansprechperson
Projektleitung
Dr. Roxana Holom, MSc
Data Science Project Manager & Researcher