Künstliche Intelligenz aus Hagenberg, der man vertrauen kann
Wie algorithmische Mathematik die KI verlässlich und praxistauglich für die Wirtschaft macht
In Hagenberg entsteht eine neue Generation der KI, die nicht nur rechnet, sondern ihre Ergebnisse auch beweisen kann. Das Research Institute for Symbolic Computation (RISC) der JKU Linz und die daraus hervorgegangene RISC Software GmbH bauen ihre Rolle an der Schnittstelle von Mathematik und KI konsequent aus.

v.l.n.r.: Wolfgang Freiseisen (CEO RISC Software GmbH), Bruno Buchberger (RISC), Georg Regensburger (RISC), Carsten Schneider (Director RISC)
Wenn lernende Systeme an ihre Grenzen stoßen
KI verändert Industrie, Medizin und Forschung rasant. Doch wo sie in sicherheitskritischen Systemen arbeitet, reicht Maschinelles Lernen (ML) allein nicht aus: Ergebnisse müssen nachvollziehbar und mathematisch belastbar sein. Während Machine Learning aus Daten Muster ableitet, sorgt das symbolische Rechnen (SC) mit Logik, Computeralgebra und formalen Methoden für die exakte Absicherung. Beide ergänzen einander zu einer hybriden, erklärbaren KI. RISC verfolgt diesen Anspruch auf drei Ebenen.
Forschung: das Fundament
Gegründet wurde das RISC 1987 von Bruno Buchberger; das Institut zählt heute zu den international führenden Adressen für Symbolic Computation. Wie weit die Forschung reicht, zeigen zwei neu berufene Professoren: Carsten Schneider bringt symbolische Algorithmen in der Teilchenphysik zum Einsatz – angewendet am CERN und in Kooperation mit dem DESY, Georg Regensburger erschließt die Struktur dynamischer Systeme in der Systembiologie. Wie lebendig das Feld ist, zeigt die Konferenz SCML, die im Juli Forschende aus aller Welt nach Hagenberg bringt. Das von der FFG geförderte Anwendungsprojekt InProSSA führt beide Verfahren Machine Learning und Symbolic Computation so zusammen, dass das System selbststän-dig die beste Lösung wählt.
Lehre: Nachwuchs für morgen
Zur nachhaltigen Absicherung dieses Innovationsanspruchs etabliert das Institut das RISC European College – ein zweijähriges, englischsprachiges Masterprogramm, das als mathematische Spezialisierung Symbolic Computation und Machine Learning verbindet. Gefördert vom Land Oberösterreich und von Unternehmen der Region, bildet es mit Stipendien jene Fachkräfte aus, die die KI der Zukunft nicht nur anwenden, sondern gestalten.
Anwendung: für die Wirtschaft
Was am Institut erdacht wird, überführt die 1992 daraus hervorgegangene RISC Software GmbH seit über 30 Jahren in robuste Lösungen, von sicherheitskritischer Software über Industrial AI bis zur Medizin-Informatik. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt TaxoLogic: Das Projekt bringt hybride KI ins Steuerrecht, wo große Sprachmodelle komplexe Rechtsquellen interpretieren und symbolische Logik für nachvollziehbare, rechtlich belastbare Ergebnisse sorgt.
Innovationsmotor für Oberösterreich
Gemeinsam bilden Institut und GmbH ein einzigartiges Ökosystem aus Forschung, Lehre und Anwendung mit mehr als 130 Expertinnen und Experten. Seit 1985 prägt RISC die Region, vom Aufbau des Softwareparks Hagenberg bis hin zu einer KI, die Unternehmen nicht nur einsetzen, sondern der sie auch vertrauen können.

Schloss Hagenberg
Kontakt
Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. h.c.mult. Bruno Buchberger
Gründer RISC (Research Institute for Symbolic Computation) und RISC Software GmbH
Univ. Prof. Dr. Carsten Schneider
Institutsvorstand RISC (Research Institute for Symbolic Computation)